Gedenken

DONNERSTAG, 18. JANUAR 2018

LÜBECK, HAFENSTRAßE
Ecke Hafenstraße / Konstinstraße –  23568 Lübeck
Beginn: 18.00 Uhr

INFOS
Hafenstrasse96.org

AUFRUF

Wir gedenken Françoise Makudila Lamnu, ihren fünf Kindern Christine, Mija, Christielle, Legrand und Jean Daniel Makudila, Rabia el Omari, Sylvio Amoussou, Monique Majamba Bunga und ihrer Tochter Suzanna Joa, die in der Nacht zum 18. Januar 1996 von Neonazis ermordet wurden. Gemeinsam erinnern wir daran, dass sie ihr Leben durch den Brandanschlag in der Hafenstraße verloren. Wir denken an die Menschen, die in dem Feuer teils schwer verletzt wurden und an die Menschen, die ihre Familie oder ihre Freunde verloren haben. Zusammen können wir uns Trost spenden und die Kraft finden, unserer Verantwortung gegen Rassismus und Hass gerecht zu werden und niemals zu vergessen, was in der Nacht vor 22 Jahren geschah. Lasst uns in den bestehenden rassistischen Verhältnissen gemeinsam erinnern und den Opfern gedenken.

NSU-Monologe

FREITAG, 19. JANUAR 2018

LÜBECK, KOKI
Koki – Mengstraße 35 – 23552 Lübeck
Beginn: 20.30 Uhr

INFOS
Hafenstrasse96.org | Kinokoki.de

DOKUMENTARISCHES THEATER

Fünf Jahre nach Bekanntwerden des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ erzählen die NSU-Monologe von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der 1. Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen. Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu
überbieten.

Demo »Gedenken & Anklagen«

SAMSTAG, 20. JANUAR 2018

LÜBECK
Konrad-Adenauer-Platz – 23558 Lübeck
Beginn: 13.00 Uhr

INFOS
Hafenstrasse96.org

AUFRUF

In der Nacht zum 18. Januar 1996 starben zehn Menschen. 38 wurden teils schwer verletzt und überlebten nur durch Glück. Es war kein Zufall, dass es diese Menschen traf. Sie kamen aus Zaire, Togo, Angola und dem Libanon und es waren Neonazis, die in jenem Haus ein Feuer entfachten, das Geflüchteten eine Unterkunft bot.

Heute, 22 Jahre später, sind die Täter noch immer nicht verurteilt. Dieser Brandanschlag, eingebettet in ein Klima, in dem die Angst vor „zu vielen“ Geflüchteten geschürt wurde, gilt heute bundesweit als Symbol für rassistische Gewalt. Doch der Brand in der Hafenstraße reiht sich ein in eine lange Liste von Gewalttaten: Seit den frühen 90er Jahren brannten in Stuttgart, Hoyerswerder, Schwerin, Rostock, Greifswald, Cottbus, Wismar, Boizenburg, Anklam, Hamburg, Aschaffenburg, Garbsen, Zielitz, Immenhausen, Duisburg, München, Mölln, Grimmen und Ludwigshafen Asylunterkünfte. Diese Liste lässt sich fortführen und sie endet nicht mit dem Jahr 2000. So wurden vor knapp einem Jahr Lübecker Neonazis verurteilt, weil sie hier eine Geflüchtetenunterkunft angegriffen haben.

Noch immer schüren und nutzen politische Kräfte diese Angst und ziehen daraus ihren Erfolg. Die AfD, eine offen rassistische, antisemitische und sexistische Partei sitzt in den Parlamenten, die sog. „Identitäre Bewegung“ zeigt sich öffentlich völkisch und gewalttätig. Stammtischparolen, die sie vor wenigen Jahren nur im engsten Kreis geäußert haben, sind salonfähig geworden. International sieht es nicht anders aus: Trump hat seine Anhänger*innen im Ku-Klux-Klan wie in der „Mitte“ der amerikanischen Gesellschaft. Erdogan macht in der Türkei Jagd auf Kurd*innen. Nationalistische Organisationen gewinnen an Aufschwung.

Der Hass, den sie verbreiten, tötet auch heute Menschen. Vergangenes Jahr dokumentierte die „Chronik flüchtlingsfeindlicher Anschläge“ 3.729 rassistische Gewalttaten. Rassismus ist seit langem Alltag in Deutschland. Doch auch nach 22 Jahren nehmen wir das nicht hin! Gemeinsam gehen wir gegen Rassismus auf die Straße, kämpfen laut und bunt für einen politischen Richtungswechsel und gedenken den Betroffenen des Brandanschlags in der Hafenstraße, sowie allen Betroffenen rechter Gewalt!

Mit dieser Demonstration zeigen wir:

  • In Lübeck gibt es keinen Platz für Rassismus und rechte Hetze!
  • Wir bleiben solidarisch mit allen Geflüchteten und heißen sie willkommen!
  • Wir fordern das bedingungslose Recht auf Asyl, sichere Fluchtwege und menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten!
  • Es ist der Rassismus, der getötet hat und heute noch tötet!

Am 20. Januar 2018 machen wir uns stark für eine antirassistische und weltoffene Gesellschaft!