Hier verweisen wir auf antirassistische Gedenkinitiativen und Projekte, die mit uns zentrale Anliegen teilen: das Erinnern an die Betroffenen rechter Gewalt, die Solidarität mit Überlebenden und Angehörigen sowie den konsequenten Einsatz für Aufklärung, Gerechtigkeit und politische Konsequenzen.
Initiative 19. Februar Hanau
Die „Initiative 19. Februar Hanau“ ist aus dem gemeinsamen Versprechen entstanden, die rassistischen Morde von 2020 nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und staatliches Wegschauen nicht hinzunehmen. Sie organisiert Solidarität, unterstützt Betroffene und kämpft für Aufklärung und politische Konsequenzen.
Mölln 1992 – reclaim and remember
„Mölln 1992 – reclaim and remember“ ist ein solidarischer Freundeskreis, der die betroffene Familie des rassistischen Brandanschlags von 1992 unterstützt und das selbstbestimmte Gedenken am Brandhaus in Mölln gemeinsam mit ihr organisiert. Die Initiative stellt die Perspektiven der Betroffenen in den Mittelpunkt und kritisiert rassistische Gewalt sowie den staatlichen Umgang.
Initiative Keupstraße ist überall
Die „Initiative Keupstraße ist überall“ wurde von Betroffenen und Unterstützer*innen nach dem NSU-Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße gegründet, um die Erfahrungen der Verletzten sichtbar zu machen und Rassismus und rechte Gewalt zu bekämpfen. Sie begleitet die Aufarbeitung des Anschlags, macht Perspektiven der Betroffenen hörbar und setzt sich für Gedenken, Aufklärung und ein dauerhaftes Mahnmal ein.
Herkesin Meydanı – Platz für alle
Die Initiative „Herkesin Meydanı – Platz für alle“ engagiert sich seit 2019 in Köln für die Errichtung eines antirassistischen Mahnmals an der Keupstraße. Ausgehend von den Perspektiven der Betroffenen des NSU-Terrors verbindet sie Erinnerungsarbeit, politische Forderungen und solidarische Vernetzung gegen Rassismus, Antisemitismus und staatliches Versagen.
Initiative in Gedenken an Semra Ertan
Die „Initiative in Gedenken an Semra Ertan“ erinnert an die Dichterin und Arbeiterin Semra Ertan, die sich 1982 in Hamburg aus Protest gegen Rassismus selbst verbrannte. Sie macht ihre Texte und Gedichte zugänglich und organisiert Gedenken, um Semra Ertans Stimme und politische Anliegen lebendig zu halten.
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh
Die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ ist ein unabhängiger Zusammenschluss, der seit dem Mord an Oury Jalloh am 7. Januar 2005 in einer Polizeizelle in Dessau für eine umfassende Aufklärung der Todesumstände kämpft. Sie kritisiert institutionellen Rassismus, hinterfragt offizielle Ermittlungen, führt eigene Gutachten durch und organisiert kontinuierlich Gedenk- und Protestaktionen.
Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân
Die Initiative setzt sich gegen das jahrzehntelange Verdrängen der rassistischen Morde an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân ein und fordert ihre Anerkennung als Teil der Hamburger Geschichte. Sie wird von Überlebenden, Zeitzeug*innen, Bekannten der Opfer sowie antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen getragen.
Antifaschistische Initiative: Das Schweigen durchbrechen
Die Initiative „Das Schweigen durchbrechen“ erinnert an die Opfer des NSU in Nürnberg, insbesondere an den Mord an Enver Şimşek und das Rohrbombenattentat auf die Pilsbar „Sunshine“. Sie setzt sich gegen das Vergessen ein und fordert Aufklärung sowie Konsequenzen.
Tag der Solidarität
Der „Tag der Solidarität“ ist ein Dortmunder Bündnis, das an den NSU-Mord an Mehmet Kubaşık erinnert und die Perspektiven seiner Familie in den Mittelpunkt stellt. Es verbindet Gedenken mit der Forderung nach Aufklärung und Konsequenzen im Umgang mit rechter und rassistischer Gewalt.
Kein Schlussstrich
„Kein Schlussstrich“ ist eine bundesweite Kampagne, die sich gegen das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU nach dem Urteil richtet. Sie fordert Aufklärung über staatliches Versagen, solidarisiert sich mit den Betroffenen und verbindet die NSU-Verbrechen mit einer Kritik an Rassismus in Staat und Gesellschaft.
Bündnis gegen Naziterror und Rassismus München
Das „Bündnis gegen Naziterror und Rassismus München“ begleitete den NSU-Prozess kritisch und öffentlich. Es organisierte Prozessbeobachtung, Dokumentation und Aktionen, um staatliches Versagen, die Perspektiven der Betroffenen und die politischen Dimensionen des NSU-Terrors sichtbar zu machen.
Blackbox Verfassungsschutz
Das Projekt „Blackbox Verfassungsschutz“ prangert die systematische Abschottung, Aktenvernichtung und Blockade der Aufklärung im NSU-Komplex an. Sie fordert die vollständige Offenlegung der Rolle von Geheimdiensten und staatlicher Stellen bei den rassistischen Morden des NSU.
Tribunal NSU-Komplex auflösen
Das „Tribunal NSU-Komplex auflösen“ ist ein selbstorganisiertes Tribunal von Betroffenen, Initiativen und Aktivist*innen. Es macht staatliches und gesellschaftliches Versagen im NSU-Komplex öffentlich sichtbar und fordert Aufklärung, Verantwortung und Konsequenzen über den Gerichtsprozess hinaus.
NSU Recherche
„NSU Recherche“ ist ein unabhängiger Rechercheblog, der Hintergründiges und Vordergründiges zum NSU zusammenführt und in Beziehung setzt. Der Blog sammelt, analysiert und dokumentiert Fakten, Dokumente und Einschätzungen, um die Kontinuitäten, Versäumnisse und Widersprüche im NSU-Komplex sichtbar zu machen.
Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis
Die „Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V.“ wurde von Überlebenden der Frauenkonzentrationslager Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück sowie ihren Angehörigen und Unterstützer*innen gegründet und arbeitet daran, das Vermächtnis der Opfer zu bewahren.
NSU Tatort Hamburg
„NSU Tatort Hamburg“ macht den Mord an Süleyman Taşköprü in der Hamburger Schützenstraße sichtbar und rückt die Perspektiven der Betroffenen in den Mittelpunkt. Die Seite dokumentiert Recherchen, Interviews und Prozessberichte und kritisiert das jahrelange Versagen von Ermittlungsbehörden im NSU-Komplex.